Evangelische Kirchengemeinde Riegenroth

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Telefon (06762) 409 61 60 Gemeindebüro in Kastellaun

Seit 1714 gehören die evangelischen Christen aus Laudert der eigenständigen Kirchengemeinde Riegenroth an; seit Juni 1999 pfarramtlich verbunden mit Horn-Laubach-Buch.

 

Zum 1. Januar 2019 schließen sich die bisherigen vier Gemeinden Bell-Leideneck-Uhler, Horn-Laubach-Bubach, Gödenroth-Heyweiler-Roth und Riegenroth zur neuen evangelischen Kirchengemeinde "Zehn Türme" zusammen.

 

Ab diesem Tag wird auch ein gemeinsames Gemeindebüro eingerichtet, das sich in Kastellaun, Kirchplatz 1, befindet und unter der Telefon-Nr. 06762 / 409 61 60 erreichbar ist. 

Aus der evangelischen Kirchengeschichte:
Man schrieb das Jahr 1625. Eine harte Zeit durchlebt die Pfalz. In Simmern amtierte der wackere Inspektor (heutige Bezeichnung: Superintendent) Konrad Horneck. Er verfasste eine Zusammenstellung über alle damals evangelischen Pfarreien des Herzogtums. Unter diesen sind noch Schnorbach und Niedergondershausen mit den Ortschaften Liesenfeld und Mermuth als evangelische Pfarreien genannt. Auch in Kisselbach, Mörschbach, Ohlweiler, Ravengiersburg, Biebern, Laubach und Klosterkumbd saßen evangelische Pfarrer.

Über die ehemalige reformierte Pfarrei Kisselbach am Oberlauf der Simmer (Simmerbach) ist wenig bekannt. Überhaupt sind die älteren Verhältnisse dieses Teils des Hunsrücks dunkler als die von anderen Bezirken. In ältester Zeit gehörte Kisselbach zu Mörschbach, deren Kirche im Jahre 1006 durch den Erzbischof Williges von Mainz eingeweiht wurde. Als die Reformation auf dem Hunsrück 1557 Eingang fand, bildete sich auch die ev. Pfarrei Kisselbach mit dem Sitz des Pfarrers und Schulmeisters am Ort.

Während der Zeit der deutschen Kleinstaaterei war das Dorf zweiherrisch. "Kisselbach jenseits" (am linken Ufer des Simmerbaches gelegen) gehörte zu Kurtrier, "Kisselbach diesseits" zur Pfalz. Dasselbe galt auch von dem Nachbarort Laudert im Kreis St.Goar. Die ev. Kirche in Kisselbach stand diesseits am Bache, also auf der Pfälzer Seite. Der Pfarrer betreute die Reformierten in Kisselbach, Steinbach, Riegenroth, Laudert und Maisborn. Das Besatzungsrecht hatte der Pfalzgraf. Nach Hornecks Memorial besaß die Pfarrstelle Häuser (Wohnung mit Wirtschaftsgebäuden und Gärten. Zu der Besoldung gehörten u.a. 60 Gulden, 26 Albus, 25 Malter Spelz, 10 Malter Hafer, 100 Bund Stroh. Es hatte der Pfarrer 9 Morgen Ackerland (unkultiviert), Wiesen mit 3-4 Wagen Heu, auch 6 Simmer Spelz. Nach Feststellung des 18. und 19. Jahrhunderts umfasste der rheinische Morgen = 25,9 Ar.; der moselländische schwankte zwischen 31,5 bis 38,11 Ar.

Mit dem Kisselbacher Pfarramt war auch das Glöckneramt verbunden. Der Pfarrer gab an dem Mann, der ihm das Geläut besorgte, die Hälfte der Blockenbrote ab. Kisselbacher Pfarrer waren u.a.: Wilhelmus Münderer, im Jahre 1616; Johann Schober, am 15.08.1618. Agidius Selliusfl. Als letzten Geistlichen der Pfarrei nennt das Jahr 1624/25 den Pfarrverweser Friedrich Schelborn. Er war zu seinen Freunden und Bekannten nach Belgien (damals Niederlande) gereist und seit einem halben Jahre hatte man nichts mehr von ihm gehört. Die Pfarrwitwe Veronica Schitshornise, die das Verzeichnis von 1628 in der Neustadter (a.d. Hardt) Inspektion nennt, könnte die Frau des im Horneckchen Memorial (Aufzeichnungen) als vermisst bezeichneten Kisselbacher Pfarrers F. Schelzhorn gewesen sein. In dem Kriegstrubel wurde die verwaiste Pfarrei nicht mehr besetzt. Die Geistlichen der Nachbarpfarrei Horn (wohl Wolfgang Reis und Nachfolger) führten die Amtsgeschäfte. Es war während der Zeit des 30jährigen Krieges mit einem Mangel an Geistlichen und Gemeindegliedern.

Ein Horner Kirchenbuch, welches von 1655 bis 1754 geführt wurde, besagt im Eingang: "Die Pfarr und Kirchspiel Horn. Oberamts Simmern, in welche wegen Leutemangel noch folgende Gemeinden einbezogen wurden: 1. Horn, 2.Laubach, 3.Erbschied (Ebschied), 4.Bubach, 5.Reüchert (Riegenroth), 6.Laudert, 7.Kisselbach, 8.Steinbach, 9.Budenbach, 10. Chumbd, Chlosterchumbd und Gemeind."

 

In den Jahren 1679 und 1696 kommt ein Pfarrer Erasmus Euphius in die Horner Pfarrei vor. Die Entschädigung für seine Mehrarbeit war sehr gering.

Die Katholiken auf der trierischen Seite benutzten die Kisselbacher Kirche mit. Die Reformierten mussten der Gewalt nachgeben. Der Pastor von Perscheid im Oberamt Oberwesel wurde als ordentlicher katholischer Geistlicher dort 1658 angestellt. Zwei Schreiben gingen an den Kurfürsten von Trier, das erste von der Witwe des Pfalzgrafen Ludwig Philipp (Bruder des Winterkönigs), Maria Eleonore, geb. Prinzessin von Brandenburg, am 10.Mai 1659. Ihr Sohn Heinrich betonte am 27.12.1659 besonders, dass weder 1618 noch 1624 ein Simultaneum in Kisselbach bestanden hätte. Vergeblich reklamierten die Herzöge von Simmern den Privatbesitz dieser Kirche bei Kaiser und Reich für die Reformierten. In dieser Lage blieb die Sache bis zu Kauber Kirchenteilung 1706.

Mit dem Tode Karls (ein Enkel des Winterkönigs), des letzten Kurfürsten aus dem Hause Pfalz – Simmern, kam Kurpfalz im Jahre 1685 an die streng katholische Linie Pfalz – Neuburg, unter Philipp Wilhelm von 1685-1690. Dessen Nachfolger, Kurfürst Johann Wilhelm von 1690-1716, erließ am 21.November 1705 in seiner Residenz Düsseldorf die sogenannte Religionsdeklaration. Ihr zufolge sollte in allen pfälzischen Städten mit zwei Kirchen, die eine den Protestanten, die andere den Katholiken zufallen; in den anderen, wo nur eine Kirche, dass Chor vom Langhaus (Schiff) durch eine Mauer geschieden, und jenes den Katholiken, dieses den Protestanten eingeräumt werden. Alle übrigen Kirchen und Kirchengüter bis auf die Trümmer sollen zu zwei Siebentel den Katholiken und zu fünf Siebentel den Evangelischen zufallen. Auf Grund dieser Bestimmung wurde von einer besonderen Kommission im folgenden Jahr die Kirchenteilung für das Oberamt Simmern, zu Kaub am Rhein vorgenommen. Die Katholiken erhielten die acht Kirchen: Obergondershausen (heute St. Goar), Biebern, Laubach, Ravengiersburg, Schöneberg bei Riegenroth, Ellern, Schnorbach und Rayerschied.

 

Den Evangelischen wurden die 20 Kirchen: Horn, Sargenroth (Nunkirche), Argenthal, Neuerkirch, Rheinböllen, Holzbach, Mengerschied, Pleizenhausen, Mörschbach, Ohlweiler, Bubach, Riesweiler, Denzen, Wahlbach, Altweidelbach, Klosterkumbd, Kisselbach (auf Pfälzischer Seite am Simmerbach gestanden), Dichtelbach, Liesenfeld und Niedergondershausen (beide im Kreis St. Goar) zugesprochen. Die jahrzehntelang verwaiste Pfarrei Kisselbach hörte auf zu bestehen und kam als Schwestergemeinde zur Pfarrei Pleizenhausen. Die nunmehrige Kirchengemeinde Kisselbach erhielt als Pfarrer Herrn Johann Paul Dilg, geb. 1682 zu Altweidelbach, Pfarrer in Pleizenhausen von 1705-1732.

 

Wie aus der ehemaligen Pfarrei Kisselbach die Kirchengemeinde Riegenroth wurde:
Die für das Religionswesen bestellte Kommission fertigte am 29. März 1707 besondere Immissionsscheine aus. In diesen war auch angeordnet, dass sämtliche Simultankirchen bis zum 31. Mai 1707 von den ausgewiesenen Teilen geräumt werden sollten . In Kisselbach bestand noch das simultane Verhältnis, das in den schweren Zeiten des großen Krieges gegen den Willen der Reformierten zustande kam. Als nun der Pfarrer Dilg und seine neuen Kirchspielleute kraft des Immissionsscheins, den sie in Händen hatten, die ihnen zugefallene Kirche in Kisselbach pfälzisch benutzen wollten, wurden sie „von den Trierischen mit bewaffenter Hand abgewiesen mit dem Bedeuten, ja nicht mehr bei Lebensgefahr einen Fuß in diese Kirche zu setzen.“ Der Gewalt nachgebend, blieb ihnen nichts anders übrig, als Ihre Gottesdienste auf einen Schuppen in Kisselbach pfälzisch zu halten.

 

Die kirchlichen Verhältnisse vor der Reformation Bis zur Reformation (1557) gehörte Riegenroth zum Pfarrbezirk Schönenberg. Bereits 1275 wurde der Ort Rudichenrode genannt. Der Name wandelte sich später über Ruchenraid (1413) zu Riechert (1599) und noch im 18. Jahrhundert schreiben die Pfarrer den Ortsnamen so in das Kirchenbuch. Die erste Kapelle auf dem Sconenberg (Schönenberg), hoch über dem Tal des Simmerbaches und zwischen den Dörfern Riegenroth und Kisselbach gelegen, soll ein Edler von Schönburg bei Oberwesel gestiftet haben. 1110 gehörte sie zum Pfarrbezirk Boppard, und auch 1275, als sie zur Pfarrkirche erhoben worden war, lag sie noch im Dekanat Boppard. Zu dem Pfarrbezirk gehörten die pfälzischen Ortsteile von Laudert und Kisselbach rechts des Simmerbaches, die Dörfer Maisborn, Lingerhahn, Dudenroth, Hausbay, Riegenroth und die untergegangene Siedlung Scuppa (Scheuf). Die Schönenberger Kirche war jahrhundertelang das Ziel von Wallfahrern, die hier in Andacht ihre Gebete verrichteten. Betreut wurde sie von zwei Klosterbrüdern, die in einer Klause daneben wohnten. Auf dem Friedhof fanden die Toten der umliegenden Dörfer ihre letzte Ruhestätte, die von Riegenroth auch nach der Reformation bis zum Neubau ihrer Kirche 1787 und der Anlage eines Friedhofes daneben (1790). Auf dem Schönenberg war bereits vor dem Kapellenbau eine uralte Gerichtsstätte. Jahrhundertelang fanden Gerichtstage statt, bei denen jährlich das „Weistum des Riecherter Gerichts“ (Verlesen von Rechtsordnungen) von kurpfälzischen und Schönburger Beamten gehalten wurde. Seit dieser Zeit gibt es die Kirchengemeinden Pleizenhausen, mit Bergenhausen und Rayerschied und die Kirchengemeinde Riegenroth mit Kisselbach, Steinbach und Laudert. Beide sind pfarramtlich miteinander verbunden. Der Sitz des Pfarrers ist in Pleizenhausen.


Veranstaltungen

31.12.​2019
15:00 Uhr
Mitgestaltung des Jahresabschlussgottesdienstes in Riegenroth
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